Chronik des Kockelsberges

Hoch über der Stadt Trier gelegen, in urwüchsiger Natur mit einem alten Eichenbestand eingebettet, hat der Kockelsberg viele Trierer und auch Gäste verzaubert. Nicht zuletzt verhalfen die Gastlichkeit im ehemaligen Kockelsberger-Hof und das vor hundert Jahren errichtete "Restaurant Kockelsberg" zu diesem Ruf.

Die Bezeichung Kockelsberg ist nicht so selten, wie man zunächst annehmen möchte, und ist auf das lateinische cuculus = Bergkegel, Kogel zurückzuführen.

Das Hofgut

Die Geschichte des Kockelsberges und des Hofgutes dort, hoch über Pallien auf linksseitigen Moselbergen, reicht weit zurück.
In verschiedenen gedruckten Berichten wird mitgeteilt, dass der Kockelsberger-Hof bereits im 8. Jahrhundert bestanden hätte und dass dieser bei dem Normannensturm 883 verwüstet worden wäre. Allerdings fehlt bei diesen Berichten eine Quellenangabe und so bleiben dem Interessierten nur Vermutungen.

Im Jahre 1332 taucht der Kockelsberger-Hof als Lehen des Erzbischofs Balduin (1307 bis 1357) erstmalig in den Urkunden auf.
Der Sohn des Bonifax Rex, Bonifax der Ältere wird erstmalig 1268 als Besitzer erwähnt.
1386 ist der Hof immer noch im Besitz von Familienmitgliedern der Ritter von Schönecken und Wiltz.
Etwa zu Beginn des 16. Jahrhunderts ist das Hofgut Kockelsberg in das Eigentum des St. Jakobus Hospitals gelangt. Auch zu einem früheren Zeitpunkt waren Eigentümerfamilien Mitglieder des St. Jakobus-Bruderschft gewesen.
Das St. Jakobusspital verpachtete den Kockelsberge-Hof an Bauernfamilien, mit denen entsprechend langfristige Verträge abgeschlossen wurden.
1742 wurde auf dem Kockelsberg eine dem heiligen Franz Xaver geweihte Kapelle erbaut.
Die Kapelle stand auf dem Baugrundstück des heutigen Kockelsberg-Restaurants und wurde im Laufe der Zeit baufällig.
Die aus Spenden finanzierte Statue des heiligen Franzen Xaver ziert den Giebel des Neubaus zur Erinnerung dan diese Kapelle.

Zwischen 1774 und 1867 wurde das Hofgut mehrfach verpachtet bis schließlich 1867 der Ökonom Peter Lehnert dort eine Gastwirtschaft eröffnet, die zum Zentral- und Ausgangspunkt des heutigen Kockelsberges wurde.

Die Lehnertsche Gastwirtschaft

Die Gastwirtschaft war Treffpunkt der Trierer Ausflüger und wurde nicht nur von den jungen Menschen gern besucht, die die Bezeichung "Monte Coculli" erfanden, sondern es fanden sich auch Gäste wie der Rechtsanwalt Dr. Christian Stöck dort ein, sowie einige Studienräte und Lederfabrikant Joseph Theodor Eses.
Dieser hegte den Wunsch, auf dem Kockelsberg ein Kurhotel zu haben. Als er am 12.06.1887 verstab, vermachte er in seinem Testament den Besitzern des Kockelsberges, den Vereinigten Hospitien zu Trier einen großen Teil seines Vermögens mit der Auflage, auf dem Kockelsberg ein Kurhaus zu erbauen.

Am 20.11.1890 ist das neue Kockelsberg-Haus fertiggestellt und erfreute sich fortan an einem regen Besucherstrom.

1927 gab die Familie Lehnert den Hof und das Kurhaus auf.
Die verkehrsmäßige Erschließung des Kockelsberges erfolgte 1930 durch den Ausbau der Straße von der Bitburger Chaussee zum Kurhaus. Bis 1939 wurde es von den Eheleuten Heinrich Castell geführt und am 01.09.1939 von der Heeresführung beschlagnahmt.
Nach dem Krieg verpachteten die Vereinigten Hospitien das Hotel Kockelsberg an den Hotelier Otto Mann.

1979 erwarb der Trierer Kaufmann Johann Erdmann das gesamte Anwesen und leitete 1980 die Planung des Umbaus und Erweiterung des Hauses zu einem modernen Anforderungen entsprechenden Hotel mit Gastronomie unter Erhaltung des denkmalwerten Charakters der Gebäudeanlagen sowie des ehemaligen Hofgutes ein.

mit freundlicher Erlaubnis von Rudolf M. Gall, Auszüge aus "Chronik des Kockelsberges".